Einsamkeit & Vertrauen
Ein körpertherapeutisch angeleitetes Seminar

Termine
19./20.9. 2026
21./22.11.2026
jeweils 10 -18 Uhr
Ort
Praxis Susanne Stinshoff
Rue Joseph le Brix 4
13405 Berlin
Kosten
220 Euro
Einsamkeit & Vertrauen
Wenn wir uns mit der Frage unserer Einsamkeit konfrontiert sehen, beschleicht uns eine Art Unwohlsein, eine ängstliche Beklommenheit oder auch ein Gefühl der Leere – selbst in unserem täglichen Leben.
Es macht Sinn, den grundlegenden Unterschied zwischen alleine sein und sich alleine fühlen zu verstehen. Allein zu sein, eins zu sein, getrennt zu sein, liegt tief in der Natur, in der Essenz unseres menschlichen Daseins begründet.
Menschen sind jedoch auch soziale Wesen, die Kontakt brauchen: Kontakt über verbalen und emotionalen Austausch, über Haut, Augen und Ohren – um sich auszutauschen, zu kommunizieren, um Teil von etwas zu sein – in Partnerschaft, Familie, Gesellschaft, Menschheit und Natur.
Wenn wir all diese Möglichkeiten des Kontakts realisieren können, wächst das Vertrauen in uns selbst und in andere. Die Fähigkeit, unsere Persönlichkeit wachsen zu lassen, wird genährt. Es entsteht die Freiheit, zwischen Alleinsein und Kontakt wählen zu können.
Dieses Vertrauen, das wir entwickeln können, hilft uns, offen und präsent zu sein und andere um das bitten zu können, was wir uns wünschen – in Partnerschaften, Freundschaften oder Gruppen. So entsteht Kommunikation, und die Leere, die wir Einsamkeit nennen, kann sich füllen.
Sich einsam zu fühlen bedeutet, Kontakt zu vermissen. Wenn dieses Gefühl lange anhält, erzeugt es zunehmend Schmerz und Frustration. Es zwingt Männer und Frauen dazu, ihre natürliche Vitalität zu reduzieren, und führt auf Dauer in die Isolation.
Die tiefen Wurzeln dieser Tendenz zum Rückzug finden sich oft schon in unserer Kindheit, am Anfang unseres Lebens oder sogar in der Zeit vor unserer Geburt.
Hier entwickeln wir ein Schutz- und Abwehrsystem gegenüber schmerzhaften Gefühlen und Wahrnehmungen in uns sowie gegenüber äußeren schwierigen Bedingungen, denen wir schutzlos ausgeliefert waren. Dieses Abwehrsystem, dieser „Panzer“, der uns hilft, Angst und Schmerz zu überleben, wird jedoch nach und nach zum bestimmenden Faktor in unserem Leben. Er reduziert unsere Möglichkeiten, uns lebendig zu fühlen und in uns selbst zu vertrauen.
Die Angst vor Kontakt isoliert uns schließlich und lässt uns emotional verarmen.
Es ist jedoch möglich, diesen Panzer, diese innere Barriere (in Körper und Psyche), zu lockern. Die darin gebundenen Energien, die wir normalerweise einsetzen, um uns unter Kontrolle zu halten, können befreit und in kreative sowie konstruktive Richtungen gelenkt werden. So können wir wieder ins Wünschen, Bewegen und Handeln kommen – und unsere Angst vor tieferem Kontakt überwinden.
